Nichts Neues, Tamron produziert im Auftrag für Nikon

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 12. August 2023 - Wissen

Zum Beispiel die drei Zooms Nikon NIKKOR 17-28mm f/2.8 Z, Nikon Nikkor 28-75mm f/2,8 Z und Nikon NIKKOR 70-180mm f/2,8 Z. Die Zusammenarbeit ist über 20 Jahre alt! 2000 wurde das Nikon ED AF NIKKOR 14mm 1:2.8 D vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt von manchem Nikon Fanboy vehement bestritten, wurde dieses Nikkor von Tamron entwickelt und möglicherweise auch gleich im Auftrag für Nikon gebaut.

Hier der Text aus einem Fachmagazin von 2006

„Der Herausforderung „digitales Vollformat“ muss sich das Nikon AF 2,8/14 mm D ED nicht stellen, da Nikon (zum Zeitpunkt des Beitrags Januar 2006) ausschließlich DSLRs mit Sensor in APS-C-Größe im Programm hat. Aufgrund der vielen äußerlichen und inneren Gemeinsamkeiten mit dem Tamron SP AF 2,8/14 mm Aspherical IF ist die Annahme zulässig, dass beiden Objektiven die gleiche optische Rechnung zugrunde liegt. Entsprechend ähnlich fallen die Bewertungen für Optik und Mechanik aus. Beide Superweitwinkel besitzen eine extrem solide Metallfassung, was sich auch in einem Objektivgewicht von jeweils 670 Gramm widerspiegelt.

Bei einer Nahgrenze von 20 Zentimetern ist das Motiv gerade einmal 7,5 Zentimeter von der Frontlinse entfernt. Nah genug beispielsweise für spektakuläre Aufnahmen von Architekturmodellen oder Table-top-Motiven. Einziger größerer Unterschied: Während das Nikkor den Nikon-typischen Ring zum Umschalten von AF auf MF hat, verwendet das Tamron dazu einen Schiebemechanismus des Fokussierrings. Beim manuellen Scharfstellen läuft das Nikkor geschmeidiger als das Tamron.“

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk